Viele Jahre Erfahrung in unserem Garten lehrten mich, wie sich die Pflanzen wohl fühlen, wie der Boden bereitet wird, um gesundes Wachstum zu erzielen, wie ohne Chemie Schädlinge bekämpft werden können und wo die besten Standorte für die jeweiligen Kräuter zu finden sind. Hier jetzt ein paar hilfreiche Tips:

Tipp 1 - Boden
Guter Gartenboden ist die absolute Grundlage für gesundes Wachstum. Über die Jahre sind unsere Beete schön locker, humos und durchlässig geworden. Welcher Hobbygärtner kennt das nicht: im Herbst werden alle Beete abgeräumt, umgegraben und gekalkt. Wenn man aber bedenkt, dass der Boden aus mehreren Schichten besteht, in der ganz unterschiedliche Microorganismen leben, die für die Bodenqualität äußerst wichtig sind, lässt man das Umgraben lieber sein. Beim Umgraben stirbt ein Großteil dieser kleinen Helfer ab. Unsere Beete werden im Herbst mit der Gartengabel aufgelockert, nur mit Dolomitenkalk gekalkt, mit altem Mist gemulcht und auch nicht großartig abgeräumt. Die Würmer und ihre unzähligen Helfer arbeiten bis zum nächsten Frühjahr die liegengebliebenen Pflanzenreste zum Teil in wertvollen organischen Dünger um.

Abräumen kann man im zeitigen Frühjahr immer noch. Mit diesem System entwickelte sich über die Jahre ein sensationeller Gartenboden, der vor Kleinstlebewesen und Würmer nur so wuselt und wimmelt. Bei Neuanlage von Beeten mache ich den Boden wie eine Prinzregententorte mit vielen Schichten. Ca. 40 bis 50 cm tief, unterste Schicht Drainage mit grobem Kies, dann eine Schicht auf ca. 30 cm geschnittene Äste, dann 1 Schicht Humus, 1 Schicht alten Kuh - oder Pferdemist, wieder 1 Schicht Humus und zum Abschluss 1 Schicht Kompost als Mulchschicht um das Beet vor schnellem Austrocknen zu schützen. Die neuen Beete bereiten wir wenn möglich im Herbst, so daß wir im Frühjahr von Microorganismen und Würmern fertig durchgearbeiteten Boden vorfinden.

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Tipp 2 - Die richtige Platzwahl
Schatten, Halbschatten, volle Sonne, das ist hier die Frage. Feucht, trocken, oder nasse Standorte, was passt zusammen und was beißt sich? Starkzehrer - Schwachzehrer? Siehe auch Hinweise bei den Pflanzenbeschreibungen.Diese Fragen sollte man bei der Gartenplanung sowie beim Pflanzenkauf bedenken und sich von Fachleuten beraten lassen.

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Tipp 3 - Dünger
durch die oben beschriebene Beetbereitung im Herbst ist großartiges Düngen nicht mehr notwendig. Nur im späten Sommer düngen wir mit Pflanzenjauchen (Brennnessel, Beinwell, Rainfarn) und Hornmehl nach, um das späte Wachstum zu forcieren.

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Tipp 4 - Schädlinge
Wo es Schädlinge gibt, sollte es unbedingt auch Nützlinge geben. Diese kann man mit einfachen Mitteln einbürgern. Bauen sie doch mal ihr eigenes kleines Insektenhotel. Sie werden sich wundern, wie einfach das funktioniert und wie geradezu genial das Ergebnis ist. Wir setzen keine Pestizide ein und überlassen die Schädlingsbekämpfung unseren hilfreichen Nützlingen oder aber auch Pflanzen.

Hier einige Schädlinge und deren natürlichen Feinde:

  • Läuse
  • Marienkäfer
  • Ohrenzwicker
  • Brennesseljauche
  • Ameisen

Dabei werden wir brachial. Entweder stampfen wir die Nester mit dicken Latten zusammen oder noch brutaler; mit einem Bunsenbrenner wird das Nest abgefackelt. So oder so,es ist immer Massenmord und unangenehm.

  • Kohlweißlinge - Schlufwespen.
  • Junikäfer: Dolchwespen, Boden kräftig durchlüften. Niemöl.
  • Dickmaulrüssler: Niemöl, Rainfarnauszüge, Schmierseifenlauge.
  • Schnecken: frische Holzhackschnitzel um die Beete auch als Wege angelegt, haben sich bestens bewährt.
  • Wühlmäuse/Maulwürfe: Katzen, Holunderjauche, oder Brühe, Fallen.

Es gibt noch einige anderen Schädlinge, die erwähnt werden sollten, aber dies sprengt dann das Heftchen. Der Kompostplatz: ein ganz wichtiger Platz im Garten. Wie der Verdaungsapparat beim Menschen sollte auch jeder Garten solch einen Verdauungstrakt besitzen. Am besten in schattigen Ecken, unter Bäumen, etwas versteckt. Unser "Gartendarm" ist großzügig angelegt, so dass für alle Ansprüche Platz genug ist.

Er ist wie folgt angelegt:

  • 1 Reihe für Baumschnitt, Äste, größere Blumen- und Stauden- abfälle. (Unterschlupf für viele Nützlinge)
  • 1 Reihe für die verschiedensten Jauchen & Brühen
  • 1 Reihe für den Kompost selber
  • 1 Reihe für Humuslager
  • 1 Reihe für Hackschnitzel
  • 1 Reihe für Mist
  • 1 Reihe für fertigen Kompost; zum Mulchen

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Tipp 5 - Pflanzenkultur & Vermehrung
Unsere Kräuterpflanzen, Chilis, Blumen, Gemüsepflanzen, Salate, Beerengehölze usw. Haben alle, und das ist grundlegend wichtig, eine gute Abstammung sowie die besten genetischen Werte. Zum schnellen Verkauf gepuschte Pflanzen sind nicht unser Bier; an diesen Pflanzen werden Sie keine große Freude haben.

Wir sähen einige einjährige Sorten bereits im Februar und lassen sie auf der Fensterbank keimen (Tomaten, Chilis usw.). Des weiteren vermehren wir unsere Kräuter größtenteils als Stecklinge. Algenextrakt und gute Aussaaterde, bzw. Kokossubstrat sind Grundvoraussetzung für excellente Erfolge. Besonders hilfreich scheint mir, Beinwellbrühe in die Aussaaterde einzubringen. Bei uns wurzelt so gut wie alles an. Wichtig ist beim Vermehren von Stechklingen eine Temperatur von ca. 20° und Folienabdeckung für gute Luftfeuchtigkeit. Eine weitere Vermehrungstechnik ist die Wurzelteilung.

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Tipp 6 - Kauf beim Fachmann
unsere Kräuterpflanzen sind von einigen ausgewählten Spezialgärtnereien, von einer Kräuterfrau am Wochenmarkt, und von Gartenfreunden. Einige Adressen möchte ich hier nennen:

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