Verarbeitung der Kräuter zur Heilung

Tee (Aufguß)
Der "Aufguß" ist die verbreiteste Form, Heilkräuter zu genießen. Er bietet sich bei den meisten Kräutern + Kräutermischungen an. Getrunken wird er in kleinen Schlucken. Evtl. süßen mit Honig oder Stevia. Nimm etwa 1 TL Kräuter pro Tasse - lass Wasser aufkochen - gieße das kochende Wasser über den Tee - lasse den Tee ca. 10 Minuten bedeckt stehen - seihe den Tee ab - trinke ihn in kleinen Schlucken. (Frische oder getrocknete Kräuter).

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Abkochung
Besonders bei harten Pflanzenteilen. (Wurzeln + Hölzer). Nimm etwa 1 TL Kräuter pro Tasse - setze sie in einem mit kalten Wasser gefüllten Topf an - lasse das Wasser langsam aufkochen - lasse die Kräuter-Wassermischung bis zu 10 Minuten kochen - Nehme den Tee vom Herd und lasse ihn noch ein paar Minuten ziehen - Seihe den Tee ab - trinke ihn in kleinen Schlucken. Alternative: bei einer sanften Form der Abkochung wird der Tee nicht gekocht, sondern nur kurz zum Kochen gebracht.

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Kaltauszug
Vor allem bei zarten Blüten, weichen oder schleimhaltigen Wurzeln oder empfindlichen Wirkstoffen. Er ist notwendig, wenn Wirkstoffe der Pflanzen durch Hitzeinwirkung zerstört werden würden. Pro Tasse wird ca. 1 TL bis 1 EL Kräuter mit kaltem Wasser übergossen. Tasse zudecken, damit eventuelle ätherische Öle nicht entweichen können. Kaltauszug über Nacht ziehen lassen (bzw. 8 bis 12 Stunden). Morgens wird abgeseiht. Dann wird der Kaltauszug bis auf Trinktemperatur erwärmt. Anschließend in kleinen Schlucken trinken.

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Tinktur
Eine Tinktur ist ein Kräuterauszug mit Hilfe von Alkohol. Wahlweise handelsüblichen Doppelkorn oder 70% oder 90% Alkohol kaufen (Apotheke). Selbsthergestellte Tinkturen halten mindestens 1Jahr lang, bei kühler Lagerung auch länger. 1 Glas voll Heilkräuter - gieße den Alkohol darüber, bis sie bedeckt sind - verschließe das Glas - Stell es an einen sonnigen, warmen Platz - warte 10 Tage bis 6 Wochen (Je länger sie steht, desto stärker) - filter die Tinktur ab (z.B. mit Kaffeefilter) - Gieße sie in eine dunkle Flasche - Beschrifte die Flasche mit Inhalt und Datum (wichtig). Von der fertigen Tinktur 3 mal täglich 1-2 Teelöffel voll bzw. 20-50 Tropfen einnehmen. Kann auch in Salben oder Gels verwendet werden.

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Kräuterwein
Ähnlich wie Tinktur, jedoch milder Geschmack. Früher wurde viel Kräuterwein eingesetzt, vermutlich, weil es einfacher ist, Wein herzustellen als den konzentrierten Alkohol, der für Tinkturen notwendig ist. Sammel ein Glas halb voll Heilkräuter - gieß einen trockenen Weisswein über die Kräuter, bis sie bedeckt sind - verschließ das Glas. Stell es an einen dunklen, aber nicht zu kühlen Platz - beschrifte das Glas mit Inhalt und Datum - warte ca. 2 bis 3 Wochen - filter den Kräuterwein ab (z.B. mit Kaffeefilter) - gieße ihn in eine dunkle Flasche - beschrifte die Flasche. 3 mal täglich 3 Teelöffel voll bzw. einmal zwei bis drei Likörgläser voll einnehmen. Auch äußerlich für Abreibungen.

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Kräuteröle - kalter Ansatz
Diese Methode eignet sich besonders für getrocknete Kräuter und manche Blüten. Für harte Kräuterteile besser heißer Ansatz. Frische Kräuter lassen das Öl gären + schlecht werden. Für frische Kräuter eignet sich eher die Heiss-Ansetzmethode. Das bekannteste Kräuteröl ist das leuchtend rote Johanniskrautöl. Sammel ein Glas voll Heilkräuter - gieß ein gutes Öl (z.B. Olivenöl oder neutrales Rapsöl) über die Kräuter, bis sie bedeckt sind - verschließ das Glas - Stell es an einen sonnigen, warmen Platz - schüttel das Öl ab und zu - warte ca. 3 Wochen. Mit Kaffeefilter abseihen - es dauert ein paar Stunden, bis das Öl komplett abgetropft ist - gieße es in eine dunkle Flasche - beschrifte die Flasche mit Inhalt und Datum. Kräuteröle zum direkten Einreiben, in Salben und Cremess.

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Kräuteröle - heisser Ansatz
Wenn man es eilig hat, eignet sich die heisse Methode. Ebenfalls bei Wurzeln, Rinden oder harten Kräuterteilen. Für zarte Blüten setzt man das Kräuteröl jedoch besser kalt an. Kräuterteile, getrocknet oder frisch. Fülle ein Glas etwa zu einem Drittel mit zerkleinerten Kräuter- teilen - gieß ein gutes Öl (z.B. Olivenöl oder neutrales Rapsöl) über die Wurzeln - verschließ das Glas - erhitze das Öl im Wasserbad - etwa 15 Minuten köcheln lassen, dann abstellen und langsam abkühlen lassen - stell es an einen warmen Platz- schüttel das Öl ab und zu - warte mindestens 1 bis 3 Tage - giess Öl und die Kräuterteile durch einen Kaffeefilter. Gieße es in eine dunkle Flasche - beschrifte die Flasche mit Inhalt und Datum.

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Dampfbad - Inhalation
Gegen Erkältungen, Nebenhöhlenentzündungen unreine Haut, Akne.

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Preßsaft
Preßsäfte können leicht im Mörser mit Wasser gemacht werden. Zauberstab oder Mixer erweisen ebenfalls gute Dienste.

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Kräuterstempel zur Massage
sind eine sehr wirkungsvolle Methode, die Muskulatur, die Haut und die unteren Gewebeschichten positiv zu beeinflussen. Hier 2 Rezepturen für Kräuterstempel. Grundlage ist immer ein 30 cm mal 30 cm großes Leinentuch, das mit den jeweiligen Kräutern und Heublumen gefüllt und straff gebunden wird. Vor der Massage wird der Stempel über Wasserdampf erwärmt.

Stempel Nr. 1, beruhigend:
55g Heublumen
6g Lavendel
4g Ringelblumen
3g Passionsblume

Stempel Nr. 2, erfrischend:
45g Heublumen
2g Rosenblüten
2g Sonnenhutkraut
5g Lavendel
1g Ingwer
1g Löwenzahnkraut
2g Kamille

Grundlage für den Kräuterstempel sind eigentlich meistens Heublumen, die durch ihre raue Konsistenz die Haut gut durchblutet, damit die anderen Inhaltstoffe des Stempels besser einziehen können.

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